DSF - eine Rasse stellt sich vor

  • Ursprüngliche und grundsätzlich gesunde Rasse mit großer Vielfalt in ihrem äußeren Erscheinungsbild und auch in ihren charakterlichen Eigenschaften.
  • Fröhlicher, verschmuster Geselle, ein vorsichtig witziger Pinscher. Beschäftigungsdrang mäßig und nicht stumpfsinnig bis zur Erschöpfung, wenn es nicht gerade ums auf-dem-Schoß-liegen und Kuscheln geht. Besonders der lebhafte Junghund hat am liebsten solche Beschäftigung, die ihn mental herausfordert und jede Aktivität, die er gemeinsam mit seinem Menschen bewältigen kann und die ihn innerlich auslastet und zur Ruhe bringt. Spaziergänge bei gutem Wetter gerne und ausgiebig, um das eine oder andere wegzuschnüffeln und gerne ohne Leine die Gegend zu erkunden. Bei schlechtem Wetter trottet er lustlos mit und guckt so mitleidig zu Ihnen nach oben, dass Sie schnell merken, dass man längere Regenspaziergänge einem DSF nicht antun sollte. 
  • Joggen und sich dabei ausschließlich aufs Laufen zu konzentrieren können sich andere besser. Aber auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den Individuen und es ist sehr wichtig, dass Sie einen verantwortungsvollen Züchter finden, der die Hunde gut sozialisiert und Sie bei der Auswahl Ihres Welpen aus dem Wurf berät. Meine Erfahrung ist es, dass sich selbst die einzelnen Charakterköpfe innerhalb eines Wurfs bezüglich des Bewegungsdrangs sehr unterscheiden.  
  • Menschenliebend. Würde wohl vor Traurigkeit eingehen, wenn man ihn regelmäßig acht Stunden lang alleine lassen würde. Er ist sanftmütig und liebevoll emphatisch, der unbedingt ruhige und ausgeglichene Menschen an seiner Seite braucht.
  • Gelehrig, aber kein Schäferhund, denn er hinterfragt schon mal; trotzdem engagiert und lustig, man hat immer etwas zum Lachen. Gelernte Tricks bietet er gerne von alleine an, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Durchschaut sehr schnell, ob Sie Ihre geäußerten Wünsche an ihn auch wirklich ernsthaft meinen. Aber auch ein halbherzig erzogener DSF macht Spaß, im Selbstversuch getestet;)
  • Kuschelnder Sofaliebling, insbesondere bei Regen und Kälte. Sofa soll tabu bleiben? Da kennen sie die Knopfaugen eines davor bittend wedelnden DSF  nicht ... früher oder später werden Sie süchtig danach werden es ihm oben bei Ihnen Recht zu machen. Jeder Besitzer eines DSF wird es ihnen bestätigen: das Hündchen möchte gerne dabei liebend gerne vollständig zugedeckt werden.
  • Kinderliebling. Spielzeugliebling und für Hundesport zu begeistern.
  • Wachsam anschlagend ohne tatsächliche Agressionen zu entwickeln. Geht kurz und heftig der Ring-Bell-Funktion nach, aber nur territorial bedingt und harmlos. Dem Postboten jagt das trotzdem Angst ein. Kein grundloser Kläffer.
  • Kein Jagdtrieb, Vögeln und sonstigem Getier wird aus Neugierde trotzdem nachgestellt. Wenn Sie ihn erzogen haben, bleibt er dabei leicht abrufbar und verfällt nicht in einen für alles tauben Jagdmodus. Meine Erfahrung ist es, dass der Jagdeifer ihn ausschließlich bei Katzen packt, wenn Sie ihn nicht im Welpenalter bereits an die Katze gewöhnt haben. Da er zur Mäuse- und Rattenjagd auf den skandinavischen Bauernhöfen gezüchtet wurde, erkundet so mancher DSF gerne buddelnd die Nagetierspuren im Garten. Bei uns buddelt Matti die meisten neuen Löcher in den Gartenboden und die kleinen Welpen bei ihren ersten Ausflügen in den Garten machen es ihm nach, Tævi interessiert es kaum. Dafür liebt sie das Buddeln im weichen Strandsand.
  • Spaziergänge ohne Leine sind keine große Schwierigkeit, der DSF orientiert sich auch nicht-angebunden am Menschen. Andere Lebewesen liebt er abgöttisch und hat keine Lust auf selbstständiges Handeln oder Rummstreunern, din Skandinavien nennt man es: Hoftreu, denn grundsätzlich bleibt er auch ohne Zaun Zuhause, es sei denn ein toller neuer Mensch oder Hund gehen vorbei und lassen sich nicht von seinem vordergründigen territorialem Bellen verschrecken. Oder der Nachbar ist nett oder seine anderen Vierbeiner, oder, oder... Gründe für ein Hallo-ich-bin-mal-kurz-weg gibt es immer. Wenn Frauchen nicht im Blick ist, kann es schon sein, dass er spontan feststellt, dass dieser neue fremde Mensch unbedingt noch einen DSF-Freund braucht, er bietet er sich dann schnell an mit ihm in ein neues Zuhause zu gehen, besonders im Welpenalter. Ist der Weg zurück nach Hause nicht versperrt, erinnert er sich jedoch schnell, wohin er gehört und kommt zügig wieder.
  • Ebenso wie seine eigene Familie liebt er nämlich auch alle anderen Menschen und Hunde - mit jedem Lebewesen will er unbedingt spielen und toben - ob diese es wollen oder nicht. Losgelassen von der Leine wird er besonders im Welpenalter jedem neuen Hund vor der Nase rumtanzen und wenn er wegen dieses schlechten Benehmens angeknurrt wird, bleibt er unterwürfig, aber er versucht es trotzdem immer wieder den anderen Hund zum Spielen zu animieren. Dieses Verhalten ist auch bei anderen Rassen häufig anzutreffen, nur ist es nicht immer lustig, wenn er von größeren Hunden je nach Toleranzgrenze auch mehr als grob zurecht gewiesen wird. Deshalb ist bei Spaziergängen auch Vorsicht geboten und spontane Kontaktaufnahme beim Vorbeigehen zu unterbinden. 
  • Bei Restaurantbesuchen gleichgültig auf der Decke liegen bleiben muss man ihm erst angewöhnen, er könnte ja etwas verpassen, so neugierig wie er ist. 
  • Spätentwickler, zwei Jahre langes Welpenverhalten mit verspieltem Bewegungsdrang ist keine Seltenheit. Danach wird er dann wie von selbst ruhiger und besonnener. Die Verhaltensunterschiede zwischen beiden Phasen sind beachtlich.
  • Er braucht ebenso sanfte Familienmitglieder, wie er selber einer ist mit unbedingtem Sinn für Humor und keine Perfektionisten. Sprich: er braucht Ihre flexible Nachsicht um Ihnen vertrauen zu können. Verzeiht so manche Inkonsequenz bei der Erziehung, wenn man dabei nur gutmütig und geduldig bleibt. Eines steht fest: es muss schon sehr viel schiefgehen und der Mensch müsste sich schon ungeheuer anstrengen, um einen Dänisch-Schwedischen Farmhund komplett zu verkorxen. Er eignet sich gut als Ersthund oder für Familien mit kleineren Kindern, auch weil er die Neigung hat, sich bei Unbehagen zurück zu ziehen und nicht nach vorne zu preschen. Bei kleineren Kindern sollten ihm die Eltern zügig beibringen ohne Ziehen an der Leine zu laufen, dann kann man die Kids auch schnell mit dem Gassigehen beauftragen.
  1. Video von der DSF-Rasseparade in Herning (DK) am 03.11.2018, als sich anlässlich der dortigen Hundeausstellung zur vollständigen Anerkennung der Rasse durch den FCI gleich 97 Dänisch-Schwedische Farmhunde präsentierten ->LINK
  2. Ausführliche Rassebeschreibung des dänischen und schwedischen Vereins (FCI) mit vielen Fotos und detailreichen Informationen (Englisch) über das Wesen und das Aussehen der Rasse: Hier klicken -> LINK
  3. Rassestandard VDH/FCI in deutscher Übersetzung -> LINK
  • Ob als Stadthund mit regelmäßigen kleinen Spaziergängen in der Umgebung oder als Begleiter seines Landmenschen mit Hang zu längeren Wanderungen, er kommt klar, wenn er nur dabei sein darf und er zur mentalen Auslastung auch den einen oder anderen Trick erlernen darf. Getestet idealer Bürohund, der die Vormittage gechillt in seinem Körbchen verbringt und Sie pünktlich um 13 Uhr daran erinnert, dass Sie sich in der Mittagspause sportlich die Füße vertreten sollten.
  • Bitte überdenken Sie sich jedoch die Anschaffung eines jeden Hundes, egal welcher Rasse, wenn Sie vor haben ihn regelmäßig mehr als 4 Stunden täglich alleine zu lassen oder ihn nicht als vollständig integriertes Familienmitglied mit im Haus an Ihrer Seite wohnen zu lassen.
  • Zarter, anhänglicher Charakter, stets freundlich angepasst und neugierig für seine kleine oder große Familie da.
  • Als Rasse mit eher zurückhaltendem Wesen im Welpenalter ist es bei einem DSF besonders wichtig, sich als Züchter bereits in den ersten 8 Wochen mit einer engagierten Frühsozialisierung zu befassen, denn ein früher Beginn der Wesensfestigung ist ein wichtiger Grundstein einer späteren positiv stabilen Weiterentwicklung des Welpen im Kreise seiner neuen Familie.